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»Pawei«-Waschpulver

Erstaunlich unversehrt und tatsächlich noch in pulvriger Form zeigt sich das Jahrzehnte alte Waschmittelpäckchen aus der Fabrikation Möbs, das Ingrid Horst mit zum Fototermin bringt. Sie selbst hat bis 1964 in der Firma Peter Joseph Möbs gearbeitet, bei der sie 1956 eine Lehre begann. Möbs stellte Seife und Waschpulver her und war in der Rodheimer Straße angesiedelt; eine Filiale gab es zudem in Asslar. Das laut Packungsaufschrift „selbstwaschende“ Pulver, das nach „neuesten Erkenntnissen der modernsten Forschung“ hergestellt wurde, stammt seinem Design nach aus den 50er Jahren und wurde nie benutzt, aber erstaunlicherweise aufgehoben. Frau Horst hat diese Packung vor vielen Jahren ihrer Mutter geschenkt, aber auch dort kam sie nicht mehr zum Einsatz. Für die inzwischen verbreiteten Waschmaschinen war dieses kräftig schäumende Mittel ungeeignet. So stand das Päckchen bis zuletzt unbeachtet zwischen Marmeladengläsern im Keller, um nun als interessanter Konsum- und Alltagsartikel aus Gießener Produktion und Zeuge einer vergangenen Zeit wiederentdeckt zu werden. „Ich glaube nicht, dass es noch so ein Gießener Fabrikat gibt“, schreibt die Vorschlagende dazu auf. Damals wurden Waschmittel und Seifen aus Gießen deutschlandweit vertrieben. Besonders gut erinnert sich Frau Horst an den ziemlich üblen Geruch bei der Seifenproduktion. Dieser lässt sich allerdings nicht ins Museum transportieren.

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