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Mein Museumsgegenstand: Von vergangenen Tortenträumen und Theatertagen

Inzwischen haben einige Bürger*Innen in ihren privaten Beständen nach Objekten für das Oberhessische Museum gesucht und erstaunliche Dinge gefunden. Zwei Objekte waren im März 2019 Anlass für ein öffentliches Gespräch: Ein Bildrelief aus dem ehemaligen „Café Huber“ sowie ein historisches Kassenheft des Gießener Theaters. Gemeinsam mit den Objektpaten spürten wir bei Kaffee und Kuchen den Hintergründen zu diesen Gegenständen nach.

Das „Café Huber“ wurde bereits Anfang des Jahrhunderts von Konditormeister Leopold Huber, der von Österreich nach Gießen umsiedelte, aus einem bereits bestehenden Betrieb übernommen. Das im Krieg zerstörte Haus wurde an derselben Stelle wieder aufgebaut und auch das Café erneut eröffnet. Heute befindet sich dort die Hausnummer 10 des Selterswegs. Die Konditorei Huber bestand an diesem Ort bis Mai 1966 und wurde im Volksmund liebevoll „Café-Bück-dich“ genannt. Aufgrund der Niveauanhebung des Seltersweges war der Türsturz so niedrig, dass sich große Menschen beim Eintreten bücken mussten.

Ein handschriftlich geführtes Kassenheft des Stadttheaters aus den Jahren 1936 bis 39 war das zweite Objekt, das im Rahmen des Laborgesprächs vorgestellt wurde. Dieses kleinformatige Heft war ein Zufallsfund und wurde vom Objektpaten auf einem Gießener Flohmarkt unter Bücherstapeln entdeckt. Hinter diesem mit sauberer Handschrift geführten Kassenheft verbirgt sich ein zeitgeschichtliches Dokument der Stadt, das museumswürdig ist, weil es einen Ausschnitt des Alltags während der Naziherrschaft in Gießen zeigt.

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