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Labor[Gespräche] Fünfter Aufschlag: Schätze für Oberhessen. Der Traum vom Weltbürger sein

Datum: 12.10.2018 um 19 Uhr

Ort: Netanyasaal im Alten Schloß, Oberhessisches Museum

Das Oberhessische Museum verfügt über eine Sammlung von antiken und alten Gegenständen aus anderen Welten; zum Beispiel Grabbeigaben aus Westasien, Ägypten und Peru, Tiermumien, menschliche Mumien und Mumienteile sowie über 100 Jahre alte Gefäße, Körbe aus Westafrika oder Jagdwaffen von mehreren Kontinenten.

Als Gießener Forscher und Sammler im späten 19. Jahrhundert menschliche Körperteile, Grabbeigaben und Alltagsgegenstände auf mehreren Kontinenten erwarben und zusammenklaubten, gingen sie davon aus, dass sie eine materielle Grundlage des Wissens der Welt nach Oberhessen bringen würden. Wie es damals durchaus üblich war, sind die Gegenstände aus ihrem Zusammenhang gerissen: was der Fundzusammenhang hätte erzählen können, welche Vorstellungen von Diesseits und Jenseits mit ihnen verbunden sind, was die Alltagsobjekte für ihre Hersteller bedeuteten oder wer sie wofür gebrauchte – das ist nicht mitgeliefert worden. Nicht einmal, wie sie auf den Markt gelangten, auf dem sie erworben wurden, wissen wir. Sie sind stumm zu ihrem Zusammenhang; von Beginn an konnten sie allenfalls von der Weltläufigkeit oberhessischer Forscher und Unternehmer zeugen und waren bei den Betrachtern dem Staunen und Grusel über die Gebräuche anderer Leute preisgegeben.

Mit welchen Fragen und Geschichten verknüpfen wir die Gegenstände heute - und wie könnten sie in einem zukünftigen Oberhessischen Museum präsentiert werden?

Anhand von Objekten aus früheren Zeiten von der Gießener Sammlung und von zeitgenössischen Gegenständen aus der Marburger Sammlung werden die Archäologin Dr. Vasiliki Barlou (Oberhessisches Museum, Antikensammlung), die Ethnologin Dr. Dagmar Schweitzer de Palacios (Ethnographische Sammlung der Philipps-Universität Marburg) und die Kulturanthropologin Dr. Georgia Rakelmann (transit-giessen e.V.) über diese Fragen sprechen.


Eine Fortführung der Fotoaktion "Mein Museumsgegenstand" findet am darauffolgenden Tag im neugegründeten Begegnungszentrum in der Walltorstr. 3 statt. Wieder fragen wir Was ist museumswürdig? Welche Dinge erzählen Gießener Geschichten und welche Ihre ganz
persönliche? Was fehlt bislang in der Gießener Sammlung? Haben Sie einen Gegenstand, den Sie künftig gerne im Museum sehen
möchten? Erzählen Sie die Geschichte Ihres Gegenstandes und lassen sich mit Ihrem besonderen Objekt fotografieren. Es wird ein
Archiv angelegt, das über den Projektzeitraum zu einer großen digitalen Bildersammlung anwachsen soll.

Datum: 13.10.2018 um 14-16 Uhr

Ort: Walltorstraße 3, Begegnungsraum

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