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12.09.2018

 „Gießener Objekte, verborgene Geschichten“

 

Wer erinnert sich an Einzelheiten rund um das sogenannte Café-Bück-dich?

Das Projekt Stadt[Labor]Gießen hat sich auf den Weg gemacht, das Oberhessische Museum neu zu denken. Dies soll unter Beteiligung der Stadtgesellschaft geschehen. So fragt „Gießener Objekte, verborgene Geschichten“ unter anderem gezielt nach Erinnerungen zu Exponaten, die sich aktuell in der Ausstellung des Oberhessischen Museums befinden, zu denen bislang aber wenig an weiterführenden Informationen vorliegt. Darüber hinaus forscht es nach Hinweisen, Hintergründen und Erzählungen zu einzelnen Gegenständen, die im Rahmen der Fotoaktion „Mein Museumsgegenstand“ als museumswürdige Dinge vorgeschlagen wurden.

Und um ein solches Objekt aus privatem Besitz handelt es sich dieses Mal: Die reliefartige Darstellung eines historischen Gießener Hauses. Wir würden gerne noch mehr zu dem Ort in Erfahrung bringen, von dem das großformatige Objekt stammt, das Anne Huber im Frühjahr dieses Jahres als museumswürdigen Gegenstand vorgeschlagen hat. Was zu diesem plastischen Bild bereits bekannt ist: Es zeigt das Gebäude, in dem sich bis zu seiner Zerstörung im Dezember 1944 das im Seltersweg gelegene „Café Huber“ befunden hat. Dieses wurde bereits Anfang des Jahrhunderts von Konditormeister Leopold Huber, der von Österreich nach Gießen umsiedelte, gegründet. Leopold Huber war der Großvater der Objektpatin. Das im Krieg verstörte Haus wurde an derselben Stelle wieder aufgebaut und auch das Café erneut eröffnet. Heute befindet sich dort die Hausnummer 10 des Selterswegs. Die Konditorei Huber bestand an diesem Ort bis in das Jahr 1965 und wurde im Volksmund liebevoll „Café-Bück-dich“ genannt. Aufgrund der Niveauanhebung des Seltersweges war der Türsturz so niedrig, dass sich große Menschen beim Eintreten bücken mussten. Das von Frau Huber mitgebrachte Relief, gefertigt wahrscheinlich aus bemaltem Pappmaché, hing an einer Wand des wiedereröffneten Cafés. Es wurde seinerzeit zusammen mit einem weiteren Relief von Hans Kowalik, einem Gießener Künstler, eigens für die Konditorei Huber angefertigt.

Soviel wurde bereits von Frau Huber überliefert. Doch was wurde dort gerne verzehrt, wer hat sich dort getroffen und was schlummert sonst noch an speziellen Erinnerungen oder kleinen Anekdoten zu diesem traditionsreichen Café im Verborgenen? Ihre Erinnerungen zu diesem Versatzstück Gießener Alltagsgeschichte schicken Sie bitte an stadtlabor@giessen.de oder melden sich unter 0641 306 2028

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